Sperger zählt auf der Welt zum guten Ton

Internationaler Musikwettbewerb in Ludwigslust beendet

"Die Finnin Maria Krykov muss immer wieder ihre feuchten Hände abwischen. Michail-Pavlos Semlis aus Griechenland hat ein Tuch mitgebracht und tupft sich zwischendurch den Schweiß vom Gesicht. Der Pole Marek Romanowski bekommt vom Dirigenten Wolfgang Harrer den dezenten Hinweis, auch den Ersten Geiger des Orchesters Concerto Celestino, Dietrich Hempel, zu begrüßen. ..."

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Ein Solo für den Kontrabass

9. Internationaler Sperger-Wettbewerb in Ludwigslust, von Angelika Horn

"Der junge polnische Bassist Marek Romanowski ist Gewinner des 9. Internationalen Johann-Matthias-Sperger-Wettbewerbs, der vom 8. bis 15. Mai 2016 im mecklenburgischen Ludwigslust stattfand. „Neben technischer Perfektion überzeugte vor allem seine große Virtuosität und Ausdrucksstärke über alle drei Runden“, so der Juryvorsitzende Professor Stefan Hempel von der Rostocker Hochschule für Musik. Beim Konzert der Finalrunde im Goldenen Saal des Ludwigsluster Schlosses hatte sich Romanowski gegen die beiden Zweitplatzierten Maria Krykov aus Finnland und Michail-Pavlos Semsis aus Griechenland durchgesetzt. Alle drei Kandidaten interpretierten, begleitet vom Ensemble „Celestino" unter dem Dirigent Wolfgang Harrer, das Konzert Nr.16 D-Dur von Johann Matthias Sperger, jenes Komponisten also, der just am selben Ort vor rund 240 Jahren in der Hofkapelle des Herzogs Friedrich Franz I. musizierte und als einer der wichtigsten Kontrabassisten des 18. Jahrhunderts gilt.
„Die Reduzierung von 22 Kandidaten in der 2. Runde auf drei für das Finale fiel uns nicht leicht. Im gesamten Wettbewerb zeigte sich bereits ein ausgesprochen hohes Niveau der jungen Musikerinnen und Musiker“, sagt die künstlerische Leiterin Christine Hoock. „Über den Sieger konnten wir uns sehr schnell und ohne große Diskussionen einigen. Die Zweitplatzierten sind beide sehr starke, stilistisch sichere und persönlich gefärbte Spieler. Die Jury hat sich daher zu gleichwertiger Honorierung entschieden.“, so die international erfahrene Künstlerin, die an der Universität Mozarteum Salzburg eine Professur für Kontrabass inne hat.
52 junge Musikerinnen und Musiker aus 21 verschiedenen Ländern hatten sich am Wettbewerb beteiligt. Die Motivation war hoch: Für den Sieger hatte der Berliner Geigenbauer Jacob Motter einen eigens für diesen Anlass gefertigten Kontrabass gestiftet. Daneben gab es zahlreiche Sach- und Geldpreise zu gewinnen. Besonders attraktiv aber sind die Auftrittsmöglichkeiten mit großen Sinfonieorchestern, die den drei Finalisten zuerkannt wurden. So wird Marek Romanowski in Kürze als Solist mit dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt/Oder und bei der „Bass 2016“ in Prag zu erleben sein.
Veranstaltet wurde der Wettbewerb erneut von der Johann-Matthias-Sperger-Gesellschaft, die in der Stadt Ludwigslust, dem Landkreis und dem Land Mecklenburg-Vorpommern starke Partner gefunden hatte. Auch Dank vieler Sponsoren aus der Musikwirtschaft und regionaler Unterstützer, insbesondere der Sparkassen-Stiftung, gelang es, den traditionsreichen Wettbewerb, der zwischenzeitlich in Rheinland-Pfalz stattfand, nach Ludwigslust zurückzuholen. „Wir freuen uns sehr über das internationale Flair, die Konzerte und die vielen künstlerischen Begegnungen, mit denen wir hier an die große Musikgeschichte unserer Stadt anknüpfen können“, äußerte Bürgermeister Reinhard Mach, der während des Wettbewerbs zu einem Empfang geladen hatte. Es sei zu spüren gewesen, wie die Menschen in Ludwigslust an diesem besonderen kulturellen Ereignis in ihrer Stadt Anteil nahmen. Viele von ihnen hatten die jungen Bassisten, die mitunter aus China und den USA angereist waren, privates Quartier geboten. „Die Gastfreundschaft war überwältigend“, sagt Jörg Potratz von der Sperger-Gesellschaft, der den Wettbewerb vor Ort organisierte. „Auch dass wir eine Woche lang das Mehrgenerationenhaus „Zebef“ und die Städtische Musikschule zum Probieren und für den Wettbewerb in Beschlag nehmen durften, hat uns sehr geholfen“. Die Juroren sagten dafür auf ihre eigene Weise Danke und stellten sich für ein spontanes Konzert selbst auf die Bühne: Alexander Shilo aus Russland, Alberto Bocini aus Italien, Jeff Bradetich aus den USA, Miroslav Gajdos aus Tschechien, Dorin Marc aus Rumänien und Christine Hook aus Deutschland. Eine Geste des Respekts, auch gegenüber den Teilnehmern. „Solch eine freundschaftliche und entspannte Atmosphäre in einem Wettbewerb ist nicht oft zu finden“, meint der Violinist und Juryvorsitzende Stefan Hempel und bekannte am Ende, zum Fan des größten Streichinstrumentes geworden zu sein. Das Abschlusskonzert des Wettbewerbs fand mit Unterstützung des Fördervereins des Schlosses Ludwigslust im festlichen Ambiente des prunkvollen Goldenen Saals statt. Kein Platz blieb unbesetzt, und die Ludwigsluster nutzten die Gelegenheit, ihren eigenen Wettbewerbssieger zu küren. Sie vergaben den Publikumspreis an den Griechen Michail-Pavlos Semsis, der sie mit seiner einfühlsamen Interpretation der Spergerschen Musik beeindruckt hatte.
Dass die Werke Spergers heute wieder lebendig sind und überall auf der Welt gespielt werden, ist vor allem einem zu danken: Professor Klaus Trumpf. Seit den 1960er Jahren hat er den musikalischen Nachlass Spergers gesichtet, rekonstruiert und allein 18 Konzerte für den modernen Kontrabass eingerichtet. Trumpf war es auch, der die Gesellschaft und den Wettbewerb zur Pflege der Musik Spergers ins Leben rief und über viele Jahre leitete. Inzwischen ist die Gesellschaft um viele Enthusiasten reicher geworden. Und so wird der Wettbewerb künftig auf breitere Schultern gestellt. Die Stadt Ludwigslust hat schon zugesichert, in zwei Jahren wieder dabei zu sein und die Türen ihrer Konzertstätten weit zu öffnen."

Angelika Horn

Polnischer Kontrabasist gewinnt Internationalen Sperger Wettbewerb

"Der polnische Kontrabassist Marek Romanowski hat den 9. Internationalen Johann-Matthias-Sperger-Wettbewerb gewonnen. Ihm wurde der Sieg nach einem Konzert der drei Finalisten am Sonntagabend in Ludwigslust zugesprochen. Er reiste mit einem neuen Instrument im Wert von 18 000 Euro nach Hause, das er als Preis erhielt. Den zweiten Platz teilen sich die Finnin Maria Krykov und der Grieche Michail-Pavlos Semsis. Sie erhielten jeweils 3000 Euro Preisgeld. Semsis gewann zudem den Publikumspreis. Der Sperger-Wettbewerb zählt zu den wichtigsten Wettbewerben für Kontrabass weltweit und findet alle zwei Jahre statt. Er ist nach achtjähriger Pause in diesem Jahr nach Ludwigslust zurückgekehrt. Seit 2010 hatte er in Andernach (Rheinland-Pfalz) stattgefunden. Johann Matthias Sperger (1750-1812) gilt als führender Kontrabassist seiner Zeit. Er komponierte mehr als 40 Werke für das Instrument. Am Ludwigsluster Hof wirkte Sperger 23 Jahre lang in der Hofkapelle des mecklenburgischen Herzogs."

NMZ 2016

"Am Sonntag, den 23. September 2012 ging in einem öffentlichen Konzert die Finalrunde des VII. Internationalen Sperger-Kontrabass-Wettbewerbs zu Ende. Zuvor zeigten die 36 TeilnehmerInnen aus 19 Nationen (Europa, Asien, USA und Südamerika) eine Woche lang außergewöhnliche Leistungen auf allerhöchstem Niveau. Austragungsort dieses Wettbewerbs war bereits zum zweiten Mal die Burg Namedy am Rhein.
In dem umfassenden Programm des Wettbewerbs stehen nur Originalwerke für Kontrabass. Neben den obligatorischen Werken von Sperger u.a. wird bei jedem Wettbewerb auch jeweils ein neues Pflichtstück aus der Taufe gehoben. In diesem Jahr war das die „Hommage à Johann Matthias Sperger“ für Kontrabass solo des finnischen Komponisten Teppo Hauta-aho.
Alle Wettbewerbsrunden waren öffentlich. Aufgrund des sehr guten Niveaus wurden in die 2. Runde sogar 21 Kandidaten gewählt, aus denen dann die drei Finalteilnehmer ermittelt werden mussten. Im Abschlusskonzert spielten die drei Finalisten dann das Konzert Nr. 15 D-Dur für Kontrabass und Orchester von Johann Matthias Sperger.
Das Ergebnis des VII. Sperger-Wettbewerbs war insofern überraschend, da erstmals zwei deutsche Kontrabassisten auf dem Siegerpodium landeten (beide studieren bei Prof. Dorin Marc an der Hochschule für Musik in Nürnberg): Der 1. Preis ging an Michael Karg. Er erhielt dafür einen Meisterkontrabass aus der Geigenbauwerkstatt Björn Stoll (Markneukirchen). Den 2. Preis und Publikumspreis erhielt Thomas Hille. Der 3. Preis wurde dem Polen Piotr Zimnik verliehen. Er studiert bei Prof. Miloslav Jelinek in Brünn. Alle drei Preisträger erhielten außerdem verschiedene Konzertangebote (u.a. vom Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt/Oder, der Neubrandenburger Philharmonie, dem Philharmonischen Orchester der Stadt Trier oder der Neuen Lausitzer Philharmonie Görlitz) Den 4. Preis – ein Kontrabassbogen der Firma Penzel – erhielt der Pole Marek Romanowski. "

NMZ 2012

Johann MAtthias Sperger

"Am 13.Mai 2012 jährt sich zum 200. Male der Todes- tag des Kontrabassisten und Komponisten Johann Matthias Sperger. Nur 62-jährig starb er in Ludwigslust, seiner Wirkungsstätte, wo er fast ein Vierteljahrhun- dert in der Hofkapelle des Herzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg-Schwerin in großem Ansehen stand. Was wissen wir über Johann Matthias Sperger, den zweifellos bedeutendsten Kontrabas- sisten des 18.Jahrhunderts, den anerkannt bedeu- tendsten Kontrabassisten der deutschen Schule? ..."

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„Internationale J.M. Sperger Gesellschaft e. V.“
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